vor dem Start
Emma Thumm vor dem Start zum Streckenflug

Emma Thumm begann 2017 im Alter von 15 Jahren ihre Ausbildung zur Segelflugpilotin im Luftsportverein Roßfeld. Ihr Interesse an der Fliegerei wurde durch eine Kooperation mit dem Metzinger Gymnasium geweckt und nach einem anschließenden Schnupperwochenende auf dem Roßfeld konnte sie den Traum vom Fliegen nicht mehr vergessen. Mit dem festen Ziel des Flugscheins vor Augen konnte Emma bereits im selben Jahr den ersten Meilenstein ihrer praktischen Segelflugausbildung absolvieren – den ersten Alleinflug ohne Fluglehrer. Anschließend folgten nach weiteren Übungsflügen die theoretische und die praktische Prüfung. Rückblickend auf die Pilotenausbildung konnte Emma auch bereits während ihrer Ausbildung viel Erfahrung bei schönen Flügen gewinnen. So empfand sie die praxisorientierte Ausbildung deutlich spannender und kurzweiliger als die Ausbildung in der Autofahrschule, wo der eigentliche Spaß erst nach der Prüfung beginnt. Dennoch konnte Emma mit dem Flugschein in der Tasche ein neues Ziel verfolgen – den Streckensegelflug.

Beim Streckensegelflug fliegen Piloten Distanzen von mehreren Hunderten Kilometern nur mithilfe thermischer Aufwinde. Dabei werden auch Gebiete fernab des heimischen Flugplatzes überflogen und andere Landschaften erkundet.

Emmas erster Streckenflug fand im sächsischen Kamenz während des jährlichen Sommerfluglagers statt. Die Vorbereitungen für den Flug begannen am Vorabend mit dem Studieren des Wetterberichts und dem Planen der Flugstrecke.

Am nächsten Morgen ging es dann los. Begleitet von zwei weiteren Flugzeugen startete Emma und machte sich auf die Suche nach Aufwinden. An diesem Tag waren viele Wölkchen am Himmel. Da sich die Wölkchen meist über den Aufwinden bilden, wurde Emma schnell fündig und konnte so ihren Streckenflug in Richtung Cottbus beginnen. Während des Streckenflugs wird dann ständig das Wetter beobachtet und bei Bedarf die geplante Strecke so angepasst, dass sie in die Region mit den besten Aufwinden führt.

Angekommen in Cottbus führe Emmas Strecke weiter Richtung Bautzen. Ein besonderes Highlight auf diesem Streckenabschnitt war das Kohlekraftwerk in Boxberg. Dieses gilt als Thermik-Hotspot, da die Aufwinde, die durch die Kühltürme entstehen, auch von den Segelfliegern genutzt werden können. Nachdem die thermischen Bedingungen in Bautzen immer noch gut waren, wurde der Flug noch bis ins Elbsandsteingebirge verlängert, bevor der Rückflug wieder zurück nach Kamenz führte. Nach der Landung hatte Emma ganze 200 Kilometer zurückgelegt.

Durch die gewonnene Erfahrung konnte Emma bereits eine Woche später ihren eigenen Rekord brechen und legte in einem fünfstündigen Flug über 300 Kilometer zurück.

Besonders faszinierend am Segelfliegen findet Emma, dass man nicht etwa auf vorgegebenen Straßen fliegt, sondern seine Route frei wählen kann und das Flugzeug in alle Himmelsrichtungen steuern kann. Zusätzlich schwärmt Emma von den landschaftlichen Faszinationen, die sie während ihrer Flüge erlebt hat. Dazu zählen die Kohleabbaugebiete, die auch aus mehreren Kilometern Höhe noch gigantisch groß sind, sowie die kilometerlangen Heimflüge zum Flugplatz, bei denen die Höhe im Geradeausflug abgeleitet wird, während sich die Sonne in den vielen Seen spiegelt. Dass das Hobby Segelfliegen hauptsächlich von männlichen Piloten dominiert ist, kann Emma aufgrund ihrer Begeisterung nicht verstehen. Nicht nur das Fliegen ist aus Emmas Sicht auch für Mädchen interessant, auch das Vereinsleben bietet viel Spaß und Gemeinschaft. So berichtet Emma von zahlreichen Ausflügen mit der Jugendgruppe des Vereins, aber auch von gemütlichen Abenden auf dem Roßfeld beim Grillen oder beim Sonnenuntergang am Olgafels.

Bericht: Marek Schiller


Abbaugebiet
Tagebaugebiet Reichwalde bei Emmas zweitem Streckenflug
Heimflug
Abgleiten der Höhe nach dem Streckenflug

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