Diese filigranen und ultraleichten Fluggeräte sind ganz anders und sie sind faszinierend. Im Gegensatz zu all den anderen Freiflugklassen fliegen die Saalflugmodelle in großen Hallen und hier wird wirklich die maximale Flugzeit gewertet. Das heißt, die längsten Flüge sind bis zu einer Stunde lang - das Modell mit 55 cm Spannweite, 1,2 g schwer und von halb so viel Gummi angetrieben.

F1D Modell
Bild: F1D-Modell im Flug, gut sichtbar der Gummimotor-Strang an der Unterseite des Rumpfes

Zehntelsmillimeter dünne Balsaleistchen, Stahldraht, Borfasern und Mikrofilm (eine Art selbsthergestellte Lackschicht - er schimmert durch Interferenzen in allen Regenbogenfarben) machen das Fluggebilde mit 55 cm Spannweite aus - allerdings noch verspannt mit hauchdünnem Wolframdraht. Und dieses Fluggebilde ist dann so empfindlich, dass man sich nur ganz langsam bewegen darf, wenn man es in der Hand hat - sonst würde es zerstört.
Aber der Rumpf muss die Kraft des Gummistrangs aushalten, einige tausende Umdrehungen speichern die Energie für den langen Flug. Einen Gleitflug gibt es hier nicht, der Propeller dreht sich so langsam den ganzen Flug, dass man leicht die Umdrehungen mitzählen kann.
Um das Modell an die Halle anzupassen, werden Gummiquerschnitt, Gummilänge und Umdrehungen sorgfältig abgestimmt. Zusätzlich ändert die Luftschraube während des Fluges je nach Drehmoment die Steigung. So kann nach den Start zügig nach oben gestiegen werden, dann aber werden ohne weiteres Steigen viele Runden unter der Hallendecke gedreht ohne oben anzustoßen.

F1D Modell 2
Geflogen wird in den unterschiedlichsten Hallen, von der Schulsporthalle über Salzbergwerke bis zu Luftschiffhallen. Um Zusammenstöße zu vermeiden, werden Heliumballons an dünnen Faden hochgelassen und damit kann ganz vorsichtig der Kurs korrigiert werden. Sechs Starts hat jeder Teilnehmer, die beiden besten werden zusammengezählt.
Wer aber nicht so superleicht bauen kann oder nur eine kleine Halle zur Verfügung hat, für den gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Saalflugklassen.
Plan F1D
Bild: F1D-Modell von Lutz Schramm, mehrfacher Weltmeister
Weitere Saalflugklassen
F1L (auch Easy Bee genannt): 45,72 cm Spannweite maximal, mindestens 1,2 g schwer, Bespannung leichtes Kondensatorpapier oder Kunststofffolie.
F1M (auch Beginner genannt): der zweite Schritt beim Einstieg in den Saalflug. 46,0 cm maximale Spannweite, Mindestgewicht 3 g, höchstens 1,5 g Gummi, Bespannung leichtes Papier oder Folie.
F1M-L (auch Beginner limited genannt): Um es Einsteigern einfacher zu machen, sind hier Verstellpropeller, Verspannungen und andere "Tricks" verboten.
F1N sind Saalflug-Wurfgleiter: hier gibt es fast keine Baubegrenzungen.
F1D-P1 (auch P1 genannt): Papier/Folienbespannung, maximal 35 cm Spannweite - der Rest ist frei, so leicht wie möglich, soviel Gummi wie das Modell verträgt.


Für weitere Infos auf die Plakate klicken!
kachelmannwetter.com

Besucher

Insgesamt 127185

Aktuell sind 102 Gäste und keine Mitglieder online