Faszination Freiflug

Freiflug ist die älteste Sparte des Modellflugs und inzwischen sehr klein verglichen mit RC-Flug, aber sie steht an der Spitze des Fortschritts - siehe oben. Auch wurden viele der modernen Technologien über den Freiflug in den Modellflug eingeführt.


Faszination Freiflug bedeutet:

  • Modelle entwerfen
  • mit modernen Technologien Modelle bauen
  • mit Wettergefühl und taktischem Einsatz im Freien fliegen
  • und dazu eine starke sportliche Komponente


Für erfolgreiches Abschneiden auf Freiflug-Wettbewerben braucht man mehr als ein Modell mit hoher Leistungsfähigkeit. Komplexe Taktik gehört genauso dazu wie ein Spektrum von Fähigkeiten, das breiter ist als in vielen anderen Sportarten. Die Wettbewerber müssen nicht nur Leistungsmodelle entwerfen und bauen, sondern auch das Flugverhalten trimmen können. In der Wettbewerbsphase werden dann Kenntnisse in der Mikro-Meteorologie gefordert, um die Thermik für den Start des Modells zu lokalisieren. Denn in einem kräftigen Abwind schaffen selbst die allerbesten Modelle nicht die geforderte Maximalflugzeit. Zur richtigen Taktik gehört auch, die Leistungsfähigkeit der anderen Modelle und der anderen Wettbewerber einschätzen zu können und sein Verhalten daran auszurichten.
Besonders eindrucksvoll sind jene Flüge von Freiflugmodellen, bei denen man meint, ein Pilot sei an Bord. Die Modelle fliegen weder immer gerade aus, noch konstante Kreise. Vielmehr kreisen die Modelle enger sobald sie Thermik gefunden haben, um diese besser nutzen zu können, oder gehen "auf Strecke", wenn sie in ein Abwindfeld geraten. Dies ist nun weder Zufall noch Magie, sondern das Ergebnis von aerodynamischen Prinzipen, die so in der Konstruktion und Trimmung des Modells umgesetzt werden, dass das gewünschte Flugverhalten erzielt wird.
Oder wie ein Amerikaner zusammenfasste: "Outdoor-Sports with build-in Satisfaction"

F1 – Freiflugmodelle


Als die FAI (Fédération Aéronautique Internationale) dazu überging, ihre Luftsport-Sparten mit Kürzeln zu sortieren, wurde der älteste Luftsport der Neuzeit, das Ballonfahren, Class A. Modellflug, ähnlich alt, wurde Class F. Die dazugehörige Aeromodelling Commission der FAI, kurz CIAM, setzte wiederum ihre älteste Sparte auf Platz 1. F1 steht also für Freiflug, wie F2 für Fesselflug und F3 - F5 für die meisten Klassen des Fernlenkflugs.
In der Öffentlichkeit spielt der Freiflug heute leider kaum eine Rolle – er ist so etwas wie ein "Extremsport", von Spezialisten auf großen Flugplätzen, Wiesen- und Feldgeländen betrieben, an sanften Hängen oder in geschlossenen Hallen. Die üblichen Modellfluggelände sind zu klein, Freiflugmodelle auch nur zu trimmen. Denn diese lassen sich ja nicht steuern; sie werden von der Thermik angezogen und mit dem herrschenden Wind versetzt. Sie sind auf Gleiten mit niedriger Sinkgeschwindigkeit ausgelegt, und wer sie mit einer Fernsteuerung ausrüstet, wird enttäuscht feststellen: Sie fliegen zu langsam, um sich gegen den Wind zum Startplatz lenken zu lassen.

Freiflug als Sport - Das Wettbewerbsgeschehen

Die sportlichen Aktivitäten der Freiflieger lassen sich in drei Bereiche gliedern:

Freiflug Ebene
Dabei handelt es sich um die Klassen F1A (Segelflugmodelle), F1B (Flugmodelle mit Gummimotor), F1C (Flugmodelle mit Verbrennungsmotor) sowie F1Q (Flugmodelle mit Elektorantrieb). Darüber hinaus werden hier die kleinen Klassenpendants F1H (Segelflugmodelle) F1G (Flugmodelle mit Gummimotor) und F1J (Verbrenner) betrieben.


Freiflug Hang
Am Hang wird die Klasse F1E der magnetgesteuerten Segelflugmodelle geflogen.


Saalflug
In Hallen wird mit den filigransten und leichtesten aller Freiflugmodelle der Klasse F1D geflogen
Freiflug ist ein Gemeinschaftssport - man spürt daher bei den Freifliegern bei aller üblichen Menschlichkeit noch so etwas wie den "Rhöngeist": Hier ist der nie zu Ende geträumte Traum vom Fliegen gemeint - die Leidenschaft, der Zusammenhalt der Gemeinschaft und nicht zuletzt die Erinnerung an die Pionierzeit des Freiflugs.
So gering das Aufsehen in der Öffentlichkeit, so aufregend das sportliche Geschehen. Freiflug besteht hauptsächlich aus dem Fliegen von Wettbewerben.
Es eine große Vielfalt von unterschiedlichen Wettbewerbsebenen, die teilweise voneinander abhängen. In Deutschland beginnt man auf Landesebene mit der Austragung von Landeswettbewerben, auf denen in der Regel der Landesmeister ermittelt wird. Einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Mitgliedschaft im jeweiligen Landesverband und der Abschluss einer geeigneten Haftpflichtversicherung, die von den Landesverbänden angeboten werden. Der DAeC (Deutscher Aeroclub e.V.) organisieren speziell für die Jugend eigene Wettbewerbe.
Eine Stufe höher liegt die Deutsche Modellflugmeisterschaft (DMM), die vom DAeC, dem Dachverband der Landesverbände organisiert wird. Hier sind die Ansprüche an die Wettbewerber aufgrund des großen Starterfeldes und der größeren Anzahl recht erfolgreicher Freiflieger entsprechend größer. Das Schöne an dieser Meisterschaft ist, dass keine vorherige Auslese stattfindet. Eine Mitgliedschaft im DAeC genügt – und diese ist ja zumeist in der Mitgliedschaft des jeweiligen Landesverbandes bereits enthalten. Man kann also schon als Anfänger um den Titel des deutschen Meisters mitstreiten.
Wer sein Horizont über die Landesgrenzen hinaus erweitern möchte, dem stehen zwei Wege zu Verfügung. Zum einen besteht die Möglichkeit, sich über speziell ausgewiesene Ranglistenwettbewerbe für die Europa- und Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Oft werden diese Wettbewerbe gemeinsam mit Landeswettbewerben ausgeflogen, aber auch die DMM gehört dazu. Die Europa- und Weltmeisterschaften werden unter dem Dach der FAI (Fédération Aéronautique Internationale) bzw. der CIAM (Commission Internationale d'Aeromodelisme) ausgetragen. Die FAI erklärt sich als oberster internationaler Luftsportverband für die weltweite Organisation von sportlichen Aktivitäten der Luftfahrt verantwortlich.

FAI WC


Für die verschiedenen Sparten des Luftsports wurden jeweils Kommissionen gebildet, wobei sich die CIAM für die Belange des Modellflugsports kümmert. Um an den Ranglistenwettbewerben und bei entsprechender Qualifikation an den nachfolgenden Europa- und Weltmeisterschaften mitfliegen zu können, ist eine FAI-Sportlizenz erforderlich, die jedoch relativ einfach beim DAeC beantragt werden kann.
Der zweite Weg zu internationalem Ruhm führt über die Weltcup-Wettbewerbe. Auch diese Wettbewerbe werden unter dem Dach der FAI/CIAM ausgetragen. Hier kann jeder, der im Besitz einer FAI-Lizenz ist mitfliegen. Der Weltcup steht also auch dem Anfänger offen – in über 50 Wettbewerben, über die ganze Welt verteilt, kann man sich mit anderen Freifliegern messen. Der Sieg im FAI-Gesamtweltcup bestätigt einem dann die konstant gute Leistung über eine Wettbewerbssaison.

FFWorldCup

Gerade die vielen Weltcupwettbewerbe über eine gesamte Saison mit Punktevergabe an Sieger und Platzierte (wie .B. beim Wintersport, Biathlon, Skispringen etc.) versprechen ein spannendes und interessantes Wettbewerbsgeschehen.

Und Jahr für Jahr gibt es vier Welt- und Europameisterschaften, zu denen der Deutsche Aero Club DAeC Nationalteams entsendet. Vier der zwölf internationalen Meisterschaften im Modellflugsport sind also Freiflug-Ereignisse!
Warum so begeistert bleibt, wer einmal dabei ist ? Es ist die einzigartige Ästhetik des langsamen Kreisens großer Vögel in der Thermik, das Freiflugmodelle nachahmen. Warum Wettbewerbe? Weil es so einfach ist, sich zu vergleichen. Modell-Freiflugsport wird auf nationaler und internationaler Ebene in Freiflug-Wettbewerben nach nationalen und internationalen Regeln durchgeführt. Der Wettbewerb wird in 5 (national) oder 7 (international) festgelegten Zeitabschnitten (Durchgängen) im Laufe eines Tages durchgeführt, in denen jeder Teilnehmer (Pilot) einen Wertungsflug mit seinem Modell durchführt.
Ein Helfer (Zeitnehmer) stoppt die Zeit vom Start bis zur Landung und benötigt außer guten Augen - und eines Fernglases - nur eine Stoppuhr. Verglichen wird immer nur die geflogene Zeit bis zur Landung, als Maximalzeit gelten im Regelfall 3 bzw. 4 Minuten. Natürlich gibt es bei nationalen und internationalen Meisterschaften ein umfassendes Reglement (FAI-Sporting Code) samt offiziellen Zeitnehmern und Jury, doch dieser Sport lebt von Fairness und gegenseitigem Vertrauen wie kaum ein anderer.
Die Wettbewerbe im Modellflugsport werden in Deutschland vom Deutschen Aeroclub e. V. (DAeC) als Dachverband mit seiner Bundeskommission Modellflug organisiert. Die Sportler und aktiven Piloten sind über einen Verein Mitglied im jeweiligen Landesverband (Baden-Württembergischer Luftfahrtverband) im DAeC und auch im Deutschen Olympischen Sportbund DOSB.


MFK Logo neu Schrift

Jeder Wettkämpfer besitzt eine nationale Startnummer sowie eine internationale Sportlizenz, welche für internationale Wettbewerbe und Meisterschaften Bedingung ist.
Der Modellflugsport ist vom DOSB genauso wie z. B. Leichtathletik oder Skispringen als Leistungssport anerkannt.
Für internationale Wettkämpfe ist dann der internationale Weltluftsportverband FAI (Federation Aeronautique Internationale) zuständig.
Der Modellflugsport bietet unvergleichliche Erlebnisse. Man erfährt höchste Befriedigung, wenn man einen harten, intensiven Wettbewerb erfolgreich abschließen kann. Aber auch bei Niederlagen hilft der faire und gesellige Umgang mit den Gleichgesinnten und Fliegerkameraden über die Enttäuschung hinweg. Der Sport ist prägend für den Charakter, ja das gesamte Leben, insbesondere wenn man
bedenkt, welche Voraussetzungen für den dauerhaften Erfolg nötig sind.
Leider ist der Modellflug auf höchster internationaler Ebene sehr kostenintensiv. So beträgt der materielle Wert von Spitzenmodellen je nach Klasse ca. 2.000 bis 3.500 €. Ein ambitionierter Pilot hat davon 4 bis 6 je Klasse in seiner Transportkiste.
Dazu kommen noch das umfangreiche Equipment und die Sportbekleidung.


Für weitere Infos auf das Plakat klicken!
kachelmannwetter.com

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