Diese Freiflugmodelle (auch Magnetsegler oder selbstgesteuerte Modelle genannt) fliegen mit Hilfe des Erdmagnetismus. Die Modelle haben Spannweiten zwischen 120 und 300 cm, der Rest ist weitgehend frei. Gestartet werden sie am Hang aus der Hand und gegen den Wind. Es gilt dann möglichst lange im Hangaufwind zu segeln.

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F1E 1
Bilder: F1E-Modell im freien Flug

Damit das Modell immer in Hangnähe bleibt und dort die aufsteigende Luftströmung nutzen kann, muss zum einen die Richtung immer genau gerade aus sein und zum andern die Fluggeschwindigkeit exakt an die des Windes angepasst sein.
Hier kommt nun der Erdmagnetismus ins Spiel. Ein Magnetstab ist im Rumpfkopf drehbar gelagert und betätigt eine schmale Steuerflosse über der Rumpfspitze. Der Kompass-Effekt hält nun die Stellung des Magnetstabes stabil, die Steuerflosse schlägt dadurch aus, wenn das Modell den voreingestellten Kurs verlässt, und bringt es dadurch wieder zurück. Die Fluggeschwindigkeit wird im wesentlichen durch Gewichtszugabe im Schwerpunkt eingestellt.

F1E Steuerung
Bild: Steuerkopf eines F1E-Modells mit Stabmagnet, Steuerhorn und Ruderblatt
F1E 3

In der Regel wird eine mechanische Magnetsteuerung verwendet, doch es gibt mittlerweile auch sehr viele Versuche zu einer elektronischen Magnetsteuerung. Ein drehbar gelagerter Magnet richtet sich immer in Nord-Süd-Richtung. Eine Seitenrudersteuerung am Rumpfkopf des Modells ist mit dem drehbaren Magneten verbunden. Das Seitenruder wird bei ausgerichtetem Magneten in Windrichtung eingestellt und fixiert. Driftet das Modell während des Fluges in eine Richtung quer zur Windrichtung ab, ergibt sich auf der ständigen Nord-Süd-Stellung des Magneten ein Ausschlag an dem verbundenen Seitenruder, der das Modell wieder gegen den Wind steuert. So fliegt das Modell ständig im Hangaufwind. Einige F1E - Piloten übertragen die Drehbewegungen des Magneten mit Schubstangen auf das am Rumpfende befindliche Seitenruder und steuern auch so das Modell bei Kursabweichungen immer wieder gegen den Wind. Zusätzliche mechanische oder elektronische Steuerungen ermöglichen es z.B., Hangflugmodelle vor dem Hang kreisen zu lassen. Es wird dadurch eine effizientere Nutzung vorhandener Thermik angestrebt. Die Zeiten müssen vorher eingestellt bzw. programmiert werden und können während des Fluges nicht mehr beeinflusst werden. Nach diesem Kreisintervall richtet sich das Modell wieder gegen den Wind aus.

F1E Himmelberg 3
Bild: Vorderes Rumpfteil mit Flügelaufnahme und Steuerkopf

Wenn schwache Windbedingungen herrschen, werden meist große Modelle verwendet, da diese langsamer fliegen und mit ihrer großen Fläche auch kleine und schwache Aufwinde nutzen können.
Bei höheren Windgeschwindigkeiten werden kleine Modelle verwendet, da diese schneller fliegen und nicht rückwärts an den Hang gedrückt werden. Wenn es windiger ist, versuchen viele Piloten das Modell so einzustellen, dass die Fluggeschwindigkeit des Modells der Geschwindigkeit des Windes weitgehend entspricht und es am Hang "stehen" bleibt, und den direkten Hangaufwind optimal nutzt.
Wichtig ist der exakte, verzugsfreie Bau des Modells und dann das sehr genaue Einstellen des Magnetstabes vor dem Start. Ist auch die Fluggeschwindigkeit perfekt angepasst bzw. Windgeschwindigkeit gleich Vorfluggeschwindigkeit des Modells, kann man die wunderbaren "Standflüge" mit Startüberhöhung am Hang erleben.
Die geforderte Flugzeit (120 bis 300 sec) wird dem Gelände und dem Wind angepasst. Um die Thermik bzw. den richtigen Moment für den Start in den Hangaufwind zuerkennen, ist die Beobachtung des Wettergeschehens, anderer Modelle in der Luft, sowie der Einsatz von Temperaturfühlern (Thermikmaschinen) und Windmessgeräten sinnvoll. Innerhalb eines Durchganges, der rund 60 min dauert, kann der Pilot den Startzeitpunkt selbst auswählen. Im Gegensatz zu den F1A-Piloten muss der richtige Moment ohne Mithilfe des Modells v o r dem Start erspürt werden.

F1E Start 1
F1E Start
Bilder: Start eines F1E Modells, linkes Bild von Malcolm Campbell / AUS

Je nach Flugzeit und zusätzlicher Thermik und Höhe legen die Modelle doch auch längere Strecken ins Tal hinab zurück.
Landet das Modell nicht vor Ende der Flugzeit, löst eine vorher einprogrammierte bzw. eingestellte Funktion im Timer nach Ende der Flugzeit die Thermikbremse aus - das Höhenleitwerk klappt hoch, das Modell trudelt oder fällt zu Boden - und verhindert so ein Entfliegen des Modells in der Thermik. Vor allem bei stärkerem Wind kann das Modell trotzdem in dieser Zeit eine große Strecke zurücklegen. Und so ist das Auffinden und Zurückholen ein wesentlicher, auch sportlicher Aspekt des Freiflugs, da dies in der Regel zur Fuß oder mit dem Fahrrad passiert.

Geflogen wird an kleinen Hängen in Mittelgebirgen ebenso wie im Hochgebirge. Vor allem hier kann das Rückholen bei den fünf Durchgängen von unten im Tal zur Bergwanderung werden.

Bei Gleichstand erfolgt ein Stechen mit verlängerten Flugzeiten, bei dem die Piloten im direkten Vergleich gegeneinander antreten.

F1E Plan
Bild: Plan des Europameister Modells von Ivan Treger/SVK, mehrfacher Welt - und Europameister, Gesamtweltcupsieger
F1E Himmelberg 1
Bild: F1E-Modelle in Hangaufwind und Thermik

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