Die neueste Klasse im Freiflug sind Motormodelle mit Elektroantrieb. Die Rahmenbedingungen zur Auslegung der Modelle sind sehr weiträumig gefasst. Dabei stehen je Gramm Gesamt-Fluggewicht 4 Joule Energie zur Verfügung. Die Gesamtenergiemenge ist auf maximal 2000 Joule begrenzt. Damit soll eine Begrenzung der Modelle auf eine sinnvolle Größe erreicht werden.

F1Q Start 1
Bild: Dietrich Sauter startet sin F1Q-Modell
Um den Energieverbrauch während des Steigfluges zu überwachen, sind zwei Verfahren zulässig. Beim ersten wird ein Messlauf am Boden unter definierten Bedingungen durchgeführt und so eine maximal zulässige Motorlaufzeit für das Modell ermittelt. Damit ist keine weitere Technik im Modell erforderlich. Jedoch muss der Wettkampfteilnehmer eine relativ große Reserve einplanen, um keinen Motorüberlauf zu riskieren. Damit ist die optimale Energieausnutzung nicht möglich..
Die zweite Möglichkeit der Energiebegrenzung ist ein so genannter Energielimiter. Das ist ein kleines elektronisches Bauteil, welches im Modell eingebaut ist, den Energieverbrauch während des Fluges errechnet und den Motor nach Erreichen des Limits automatisch stoppt. Bei beiden Varianten ist eine maximale Motorlaufzeit von 40 Sekunden zulässig.
Das ermöglicht ein breites Spektrum an Modellkonzeptionen und gibt Raum zum Experimentieren. Üblich sind Spannweiten zwischen 120 cm und 240 cm. Ziel der Konstruktion ist dabei eine möglichst leichte aber dennoch ausreichend feste Struktur zu erhalten, um durch eine geringe Flächenbelastung gute Gleitflugeigenschaften zu erzielen. Die Fluggewichte der Modelle betragen je nach Größe zwischen 250 g bis 650 g.
Start und Steigflug sind ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Wertungsfluges. Diese sind nicht so rasant wie in der Verbrennermotorklasse F1C, jedoch sind durch die längere Motorlaufzeit vergleichbare Ausgangshöhen zu erzielen. Dabei steigen die Modelle je nach Trimmung sowohl in spiralförmigen Steilkreisen als auch senkrecht in den Himmel. Danach folgt in den meisten Fällen ein gesteuerter Übergang in die Gleitflugphase. Hier kommen wie in den anderen Klassen elektronische Timer zum Einsatz.
Um Thermik zu erkennen, ist die Beobachtung des Wettergeschehens, anderer Modelle in der Luft, sowie der Einsatz von Temperaturfühlern (Thermikmaschinen) sinnvoll. Innerhalb eines Durchganges, der rund 60 min dauert, kann der Pilot den Startzeitpunkt selbst auswählen. Im Gegensatz zu den F1A-Piloten muss die Thermik - die aufsteigenden Luftströme - ohne Mithilfe des Modells v o r dem Start erspürt werden

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Bilder: Start und senkrechter Steigflug des F1Q-Modells von Dietrich Sauter

Auf dem Wertungsflug der in der Regel 3 oder 4 Minuten dauert, legt es je nach herrschender Windgeschwindigkeit bis zu 2000 m oder mehr zurück. Landet das Modell nicht vorher, löst eine vorher einprogrammierte bzw. eingestellte Funktion im Timer nach Ende der Flugzeit die Thermikbremse aus - das Höhenleitwerk klappt hoch, das Modell trudelt oder fällt zu Boden - und verhindert so ein Entfliegen des Modells in der Thermik. Vor allem bei stärkerem Wind kann das Modell trotzdem in dieser Zeit eine große Strecke zurücklegen. Und so ist das Auffinden und Zurückholen ein wesentlicher, auch sportlicher Aspekt des Freiflugs, da dies in der Regel zur Fuß oder mit dem Fahrrad passiert.
Nach sieben Durchgängen wird zusammengezählt. Bei Gleichstand erfolgt ein Stechen, bei dem die Piloten im direkten Vergleich gegeneinander antreten. Dabei wird die Flugzeit um jeweils 120 Sekunden gegenüber des vorher geflogenen Durchgangs erhöht. Durch die gleichzeitig begrenzte Zeit zum Starten des Modells auf 10 Minuten (oder auch weniger) soll erreicht werden, dass alle Teilnehmer an den Stechflügen möglichst gleiche Bedingungen haben und die beste Modellleistung entscheidet.


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